Montessori-Pädagogik

Die Montessori-Pädagogik, als eine der bekanntesten aus der Reformpädagogik, erlebt in den letzten Jahren ein wahres Revival.

4 unserer 9 Einrichtungen arbeiten nach der Montessori-Pädagogik. Unsere anderen Einrichtungen bedienen sich einzelner Elemente daraus, wie beispielsweise der Freiarbeit. Grund genug, um etwas mehr über diese spannende Pädagogik zu erfahren.

Die Pädagogik nach Dr. Maria Montessori sieht das Kind als vollwertigen Menschen und stellt dessen persönliche Bedürfnisse und Interessen in den Mittelpunkt. Ihre Pädagogik unterstützt selbstständiges Denken, Handeln und Entscheiden, denn dadurch kann sich das Kind frei entfalten.

Montessori-Pädagogen verstehen sich als aufmerksame, aber zurückhaltende Begleiter.

Sie beobachten das Kind, nehmen seine Interessen und Signale wahr und ermöglichen es ihm, seinem eigenen Lernbedürfnis zu folgen. So werden die Eigenkräfte des Kindes zur Entfaltung gebracht. Die Montessori-Pädagogik bezeichnet das Kind als „Baumeister seiner Selbst“. Diesen kindlichen Entwicklungsprozess begleitet die pädagogische Fachkraft sensibel.

„Der Pädagoge ist „aktiv“, wenn er das Kind mit der Umgebung in Beziehung bringt: Er ist „passiv“, wenn diese Beziehung erfolgt ist.“

Maria Montessori in Die Macht der Schwachen

Was ist Montessori-Pädagogik?

Die Montessori-Pädagogik geht zurück auf Dr. Maria Montessori, eine der bekanntesten Persönlichkeiten in der Geschichte der Pädagogik.

Sie wurde 1870 in Italien geboren und studierte zunächst Naturwissenschaften. Als eine der ersten Frauen Italiens wurde sie zum Medizinstudium zugelassen, promovierte und arbeitete später als Ärztin.

Aufgrund ihres wachsenden pädagogischen Interesses durch die Arbeit mit Kindern studierte sie zusätzlich Pädagogik und Anthropologie. Im Verlauf ihrer Arbeit entwickelte sie ein eigenes pädagogisches Konzept zur Förderung aller Kinder und eröffnete 1907 ihr erstes Kinderhaus.  

Ihre Pädagogik verbreitete sie weltweit auf vielen Reisen, in Vorträgen und Kursen. Als Folge eröffneten Montessori Kinderhäuser und Schulen rund um den Globus. Dr. Montessori wirkte während des II. Weltkrieges in Indien und kehrte 1949 nach Europa zurück. Sie starb am 6. Mai 1952 in den Niederlanden.

„Hilf mir, es selbst zu tun!“

Leitgedanke der Montessori-Pädagogik

Die Persönlichkeit des Kindes im Mittelpunkt

Die Achtung der kindlichen Persönlichkeit ist die Grundlage in der Pädagogik Maria Montessoris.

Kinder, die selbsttätig sein können, denen Liebe und Respekt entgegengebracht wird, erleben sich als eigenständige Persönlichkeit und können so Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln.

Montessori-Pädagogik ist eine Pädagogik, in deren Zentrum es um die Persönlichkeitsbildung geht.

 

Grundsätze der Montessori-Pädagogik

Folgende Grundsätze sind typisch für die Umsetzung der Montessori-Pädagogik:

  • Vorbereitete Umgebung
    Die Umgebung wird als Lebensraum gestaltet, in welchem sich das Kind eigenständig, seinen momentanen Bedürfnissen entsprechend als Persönlichkeit und als soziales Wesen entwickeln kann. In der vorbereiteten Umgebung finden die Kinder ein vielfältiges Angebot an strukturierten und unstrukturierten Materialien in offenen Regalen. Alles hat seinen Platz. Klare Regeln und Absprachen helfen bei der Orientierung. Durch das ganzheitliche Beobachten der Pädagogen wird diese Umgebung immer an die Bedürfnisse des einzelnen Kindes angepasst. Hier erhalten sie die Möglichkeit, durch selbstständige, ganzheitliche Erfahrungen die Qualität der Wirklichkeit zu erleben sowie gemachte Erfahrungen zu ordnen. Sie erweitern zunehmend Fähigkeiten und Fertigkeiten. Zur vorbereiteten Umgebung zählen neben den Materialien die Pädagogen, ihre respektvolle Haltung dem Kind gegenüber, die anderen Mitschüler und der Lernraum.

 

  • Freiarbeit (Freie Wahl der Arbeit, der Zeit, des Ortes und des Partners)
    Dem Drang des Kindes nach Selbstständigkeit wird im Lehrplan des Unterrichts nach Montessori durch das Angebot der „Freiarbeit“ Rechnung getragen. Maria Montessori hat das Lernen als Arbeit des Kindes bezeichnet, wobei das Kind sich diese Arbeit einfordert und übernehmen möchte. Neben der Freiheit, den Lerninhalt aus der „vorbereiteten Umgebung“ selbst auszuwählen und ohne fremde Hilfe (Pädagoge) zu bearbeiten, können sie auch in der für sie notwendigen Bearbeitungszeit verweilen, den Arbeitsort selbst bestimmen und mögliche Arbeitspartner wählen. Der Pädagoge begleitet die Freiarbeit unterstützend, beantwortet Fragen, hilft bei der Auswahl des Materials und achtet darauf, dass eine begonnene Arbeit auch beendet wird.     

„Um Disziplin zu erlangen, muss man Freiheit gewähren.“

Maria Montessori in Erziehung für eine neue Welt

  • Das Montessori Material – Kernstück der vorbereiteten Umgebung
    Dr. Maria Montessori hat aus ihren Beobachtungen und in der Arbeit mit den Kindern Material entwickelt, das selbst erklärend, einfach in der Handhabung ist, einen hohen Aufforderungscharakter hat, ästhetisch in der Qualität ist und über eine Selbstkontrolle verfügt. Das Montessori Material isoliert eine Schwierigkeit, die das Kind erfassen und bearbeiten soll, ist immer gegliedert (horizontal oder vertikal) und befindet sich nur einmal im Raum.

  • Jahrgangsgemischte Lerngruppen
    In der jahrgangsgemischten Lerngruppe entsteht ein natürliches Helfersystem, das bei den Kindern gegenseitige Achtung und Interesse entstehen lässt. Dr. Montessori spricht in diesem Zusammenhang von Lehrling, Geselle und Meister. Alle Schüler kommen im Laufe ihrer Schulzeit in die Rolle der Helfenden und der Hilfesuchenden. Kinder können gut voneinander lernen, da ihre Denkweisen sich oft näher sind als die zwischen Pädagoge und Schüler. Für das erklärende Kind ergibt sich eine Festigung des bereits erworbenen Wissens, es übt sich im Strukturieren seiner Antwort, muss sich sprachlich präzise ausdrücken und erhält sofort eine Rückmeldung durch die Reaktion des anderen Kindes. Die Jüngeren werden in ihrem Bestreben, den Erfahrenen nachzueifern, bestärkt.

„Die Kinder müssen soziales Leben durch Leben erfahren, durch Erfahrung.“

Maria Montessori in Spannungsfeld Kind-Gesellschaft-Welt

Montessori-Pädagogik heute

Die Pädagogik ist heute weltweit anerkannt. Es wurden über 40.000 Montessori-Schulen sowie zahlreiche Kinderhäuser gegründet.

Für Montessori-Einrichtungen gibt es Organisationen, die als Netzwerk agieren und für eine qualitative Umsetzung der Montessori Idee eintreten. Der Träger unserer Einrichtungen, die FAWZ gGmbH, ist Mitglied im Montessori Europe e.V., dem Montessori Dachverband e.V. sowie im Montessori Landesverband Berlin–Brandenburg.

Unsere Montessori-Einrichtungen

Unser Kinderhaus und unsere Grundschulen liegen alle im Grünen und unterstützen den naturnahen Gedanken der Montessori-Pädagogik:

 

Unsere Montessori-Einrichtungen bieten nicht nur durch die Pädagogik viel Ausgleich und Abwechslung im Schulalltag. Unsere Ganztagsschulen haben ein breites Angebot an Freizeitgruppen bzw. Arbeitsgemeinschaften, welche die Schule als Lern- und Lebensort stärken. Neben der Freiarbeit gibt es an unseren Montessori-Schulen auch geleitete Unterrichtsphasen sowie Fach-, Projekt- und Werkstatt-Unterricht.

An unseren Grundschulen wird darüber hinaus im Zwei-Pädagogen-System unterrichtet. Während der Freiarbeit wird eine Lerngruppe dabei immer von zwei Pädagogen, einem Lehrer und einem Erzieher, begleitet. In Hangelsberg haben sich drei Einrichtungen zu einem Campus zusammengeschlossen und nutzen ihre Synergien. Hier gibt es ein Arboretum (Baumschule), in dem in jedem Jahr der Baum des Jahres gepflanzt und in Kooperation einer Lerngruppe gepflegt wird.  In Königs Wusterhausen sind „Bewegte Schule“ und das Hengstenberg-Projekt weitere Besonderheiten des Schulprofils.

Unsere Schulen sind in den Gemeinden gut vernetzt und haben unterschiedliche Kooperationspartner insbesondere für eine gelingende Umsetzung des Ganztagsgedankens gewonnen.

In allen Schulen arbeiten Pädagogen mit einer zusätzlichen sonderpädagogischen Ausbildung für die Arbeit mit Kindern, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben bzw. aufgrund einer diagnostizierten Hochbegabung weitere Unterstützung oder eine veränderte Lernumgebung erhalten sollten.

Montessori-Ausbildung fördern

Für die Arbeit in unseren Einrichtungen ist ein Montessori-Diplom wünschenswert. Wir unterstützen Sie natürlich bei Ihrer persönlichen Weiterbildung. Sofern Sie noch keine Montessori-Ausbildung genossen haben, übernehmen wir anteilig die Kosten Ihrer Montessori-Ausbildung zu 50 %.

 

Unsere Montessori-Angebote

Seit Kurzem bieten wir in Kooperation mit MONTESSORIheute auch bei uns eine Montessori-Weiterbildung an, mit der Sie das begehrte Montessori-Diplom erwerben können.

 

Montessori-Diplom-Lehrgang (in Kooperation mit MONTESSORIheute)
In einem Montessori-Diplom-Lehrgang können Sie sich Wissen über die Montessori-Pädagogik aneignen, die Sie in Ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern, Schülerinnen und Schülern nutzen. Der Kurs ist offenen für alle. Es gibt keine Voraussetzungen zur Teilnahme. Die Weiterbildung dauert 18 Monate und findet 1x im Monat am Wochenende statt.

Weitere Informationen zum Montessori-Diplom-Lehrgang finden Sie auf der Website unserer Beruflichen Schule Paula Fürst.